An- und Zugehörige von Frauen mit ESK


Ständig lesen und hören wir vieles von Menschen, die traurig sind, weil ein naher Bekannter oder Verwandter an Krebs schwer erkrankt ist oder verstorben ist.

Jemanden, den man kennt, mit dieser Krankheit zu begleiten oder gar an diese Krankheit zu verlieren, löst zurecht die tiefsten und verschiedensten Emotionen bei einem selbst hervor.

Dabei richtet sich der Fokus häufig sehr stark auf die Angst vor dem eigenen Tod.

Daher möchte ich an dieser Stelle über die Menschen sprechen, die indirekt mit einer Krebserkrankung leben müssen.

Krebserkrankte Menschen sind inzwischen überall. Gleich nebenan. In der Familie. In der Schule. Im Büro. Im Sportverein. Im Stockwerk obendrüber.

Krebs macht keinen Halt vor Alter und Bildung, keinen Halt vor einem Beruf oder dem, was man im Leben selbst noch so alles vorhat. Obwohl Krebs bedauerlicherweise überall ist, wird er leider immer noch sehr viel - und oft auch bewusst, von Menschen ausgeblendet und weggeschoben.

Immer wieder höre auch ich von Betroffenen, dass sich Freundinnen und Freunde, aber auch Gatten nach der Diagnosestellung zurückgezogen haben. Dass die bisherige Kommunikation in ein tiefes Schweigen mündet – weil man glaubt, nicht die richtigen Worte finden zu können und sich auf einen Schlag alles verändert hat.

Der ganze Freundschafts- und Beziehungsapparat wird durch die Folgen einer schweren Erkrankung erschüttert. Es herrscht häufig eine sehr große Sprachlosigkeit und Unsicherheit, sowie große Angst, auch bei Ehepartnern, den Verwandten, Angehörigen und Freunden.

Ja, es ist schwer, das Passende zu sagen.

Niemand kann sich wirklich hineinversetzen in die Angst, die dem Betroffenen vom ersten Befund an, ab nun das ganze Leben lang, begleitet. Kann man fragen: „Wie fühlt es sich an? Magst du drüber reden und mir davon erzählen?“ ??

Vielleicht will man ja auch nicht dauernd über die Krankheit sprechen.
Manchmal wollen Betroffene, aber auch Angehörige, einfach nur zusammensitzen und reden, so wie früher, vor der Krankheit.

Ob dies so geht, findet man aber nur heraus, wenn man tatsächlich zusammensitzt und schaut, ob man zusammen, wie früher, lachen und reden kann. Wenn es früher geklappt hat, klappt es „danach“ oft auch noch, manchmal ist es nur anders...verändert. Ja, das Leben von Krebspatienten und „Gesunden“ trennen Welten.

Was für „Gesunde“ noch theoretisch ist, wird in der Krebserkrankung konkret: Es ist eine bedrohliche und langwierige, schwierige, unkontrollierbare Erkrankung. Im schlimmsten Fall sogar ohne Heilung.

Das macht allen Menschen zurecht Angst. Auch IHNEN!

Schaut man ganz ehrlich in sich hinein, so ist die besagte Angst, häufig die eigene Angst vor dem eigenen Tod oder dem Umgang mit dem Sterben, als Solches.

Das Thema Tod und Sterben ist leider ein sehr großes Tabuthema in unserer Gesellschaft! Deshalb ist es auch so schwer darüber zu reden oder seine eigenen Emotionen und Ängste dazu zu artikulieren.

Wir alle haben es selbst nie gelernt offen damit umzugehen, haben es auch eigentlich nie lernen dürfen. Tod und Sterben werden und wurden von frühst an ausgeklammert und beschwiegen.

Bestattungswagen fahren auch heute noch zum Hintereingang eines Krankenhauses, um dort Verstorbene abzuholen, Sterbene und schwerst erkrankte Menschen werden häufig isoliert oder isolieren sich selbst...

„DU bist krank, das macht MIR Angst." Oder anders gesagt: „An Dir erkenne ich, dass ich auch eines Tages schwer krank werden könnte und dass mir dann Schlimmes bevorsteht.“ ist wirklich schwer zu sagen und auch sehr schwer, sich selbst einzugestehen oder aussprechen.

Ein Rückzug von einem erkrankten Menschen, ist zwar verständlich, kann aber auch hochgradig verletzend und zusätzlich kränkend für den Erkrankten sein (wenn nicht angesprochen und beredet) und hilft ihm null und nichtig. Auch Ihnen selbst hilft ein Rückzug nicht und schon gar nicht der Freundschaft oder der Beziehung.

Denn, zieht man sich zurück, lässt man die Freundin /Freund /Kollegen /Partnerin in diesen schweren Zeiten nicht nur emotional, sondern auch faktisch, allein. Man tut dieses wahrscheinlich aus einem gewissen unterbewussten "Egoismus" heraus, aus einem (erstmal natürlichen und richtigen) Selbstschutz - und/oder auch aus einer Überforderung heraus.

Ist dem so, versuchen Sie dieses unbedingt zu erkennen, zu reflektieren und dann zu artikulieren und offen zu anzusprechen. Gerne auch erst einmal mit einem eigenen Vertrauten und Freund oder Psychologen oder anderen Menschen in ähnlichen Situationen... Denn ein Rückzug ändert überhaupt nichts an der Weichenstellung des eigenen Schicksals.

Die Krankheit KREBS, die Therapien, die inneren und äußeren Veränderungen eines Erkrankten - sind für alle im Angehörigenkreis und Freundeskreis, zutiefst belastend und extrem verändernd, sowie in die Beziehungen - eingreifend.

Krebs greift überall ein! Nicht nur bei dem Erkranktem selbst, sondern auch im Umfeld, in die Ehe, spirituell, emotional - und in die zwischenmenschlichen Beziehungen! Besonders aber auch in eine Partnerschaft oder engen Freundschaft. Daher möchte ich an Sie appellieren:

Laufen Sie nicht weg, wenn jemand direkt oder in Ihrem Freundeskreis erkrankt. Ziehen Sie sich nicht zurück. Arbeiten Sie an sich und sprechen Sie mit Ihren eigenen Vertrauten und/oder mit dem Erkrankten über Ihre Befürchtungen/Grenzen und Ängste!

Bleiben Sie an der Seite der Erkrankten. Sie müssen auch eigentlich gar nicht viel sagen. Manchmal reicht ein "In-den-Arm-nehmen", ein Händedruck, ein Ohr. Ein Beieinander-liegen. Eine Blume.

Sagen Sie nicht: „Ruf mich an, wenn du was brauchst“, sondern melden Sie sich von selbst, ganz verlässlich. Halten Sie einfach kontinuierlichen Kontakt, auf welchem Weg auch immer, auch wenn es nur kleine, aber persönliche und lieb gemeinte Textnachrichten sind, oder ein Topf gekochte Suppe vor der Tür.

Äußern Sie bitte kein Mitleid. Wer will schon bemitleidet werden? Das macht klein. Zeigen Sie stattdessen Mitgefühl. Zeigen Sie Anteil am jetzt "anderen" Leben des Erkrankten UND SPRECHEN SIE mit ihm OFFEN über sich, Ihre Emotionen, Ihre Grenzen und ihre Ängste.

Ich habe inzwischen viele Erfahrungen mit diesem Thema gesammelt und viele Gespräche zu diesem Thema gehabt.

Die folgenden, konkreten Erwartungen an das soziale Umfeld sind häufig von betroffenen Frauen in unseren Selbsthilfegruppen geäußert worden:

Frauen wünschen sich:
  • Verständnis für ihre Ängste, Depressionen, Fatigue
  • Angehörige, die eigene Ängste und Überforderung zugeben und ihrerseits Hilfe annehmen, um besser mit der Kranken umgehen zu können
  • Angehörige und Freunde, die informiert über die Krankheit und die Therapiefolgen sind und deshalb nicht immer Erklärungen brauchen
  • Die Betroffenen wollen Im Alltag weder überbehütet noch überfordert werden
  • Begleitung zu Arztgesprächen, diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen
  • mehr persönliche Zuwendung , weniger gute Ratschläge
  • eventuelle Unterstützung im Haushalt und bei Besorgungen, in verschiedenen Abschnitten und Phasen der Erkrankung, verschieden intensiv
  • Zerstreuung, aber auch reflektierende Gespräche und gemeinsame Auseinandersetzung mit und über die neue Beziehungs-Situation und mit der eigenen Befindlichkeit
Es gibt aber auch Erwartungen, der betroffenen Frauen, an sich selbst: Und die sind, zusätzlich zu der Erkrankung, sehr anspruchsvoll, wie ich finde.

Frauen arbeiten hart daran, dass Sie die
  • eigene Annahme der Krankheit und die Auseinandersetzung mit dieser schaffen
  • dass sie selbst die Informationen über ihre Diagnose und Therapie aushalten
  • dass sie dennoch eine positive Lebenseinstellung zu dem, „was ist“, „was wird“ entwickeln
  • dass sie der Krankheit nicht erlauben, die Lebensqualität zu zerstören
  • dass sie fähig sind, äußerer Hilfs- und innerer Energiequellen zu nutzen
  • dass sie weiterhin Eigeninitiative, Selbstverantwortung, Durchhaltevermögen zeigen
  • dass sie ein selbstbestimmtes Verhalten gegenüber Ärzten, Therapeuten, Familie, Umwelt zeigen können
  • dass sie Mut haben und die Annahme von psychologischer Beratung, Reha etc. erfolgen kann
  • dass sie einen Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffenen - in einer SHG standhalten können
  • dass sie Themen wie Home Care, Hospiz und Tod nicht ausweichen
  • dass eine Entdämonisierung der Krankheit "Krebs" im eigenen Denken stattfindet und vor allem, dass
  • Freunde und Bekannte/Verwandte nicht zu hoch von Ihnen beansprucht und belastet werden!

Sie sehen, das Thema ist hochkomplex und erfüllt von diversen Erwartungen aneinander, an sich selbst und an andere.... Dieses Thema ist voller unausgesprochenen Emotionen, Erwartungen und Verwicklungen...

Einige Teile des Textes habe ich auf Facebook gefunden habe, hier eingestellt und übernommen und teilweise überarbeitet und neues hinzugefügt. Gefunden habe ich diese Textinhalte und Textteile auf Facebook unter "Recover your smile", des Themas: Vom Suchen und finden der Worte.

Hier der Link zum Original:
https://m.facebook.com/Recoveryoursmile/

Ich hoffe sehr, Ihnen mit diesem Artikel etwas geholfen zu haben und glaube fest an eine gute, zugewandte und offene- aber auch streitbare Kommunikation.

Ich selbst finde es äußerst wichtig, über die vielen, so unterschiedlichen Themen und Aspekte und EMOTIONEN, dieser harten und verändernden Krankheit zu reden und sich darüber offen und tabulos auszutauschen...

Fangen Sie doch damit an dieser Stelle an!
Hier noch zwei gute Links - für Angehörige - direkt zum Anklicken!

https://de.wikihow.com/Einem-Menschen-helfen-bei-dem-Krebs-diagnostiziert-wurde

http://www.spiegel.de/karriere/krebs-diese-saetze-wollen-krebskranke-nicht-hoeren-a-1105129.html

Hier erreichen Sie den Verein

Besucher- und Postadresse:
Eierstockkrebs Deutschland e.V.
Wrangelstr. 12
24539 Neumünster

Tel.: 0800 - 58 925 63

E-Mail: info@eskd.de

www.eierstockkrebs-deutschland.de oder
www.eierstockkrebsdeutschland.de oder www.eskd.de

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